Die Familie Hay - das vornehmste schottische Adelsgeschlecht.

Er nahm den Namen Hay an und wurde Chef des Clans. Durch weibliche Erbfolge sind so die BOYDS OF KILMARNOCK, Träger des Earldom of Erroll und der Constablerwürde, entstanden. Von ihnen gelangte die Würde 1979 an die MONCREIFFE'S OF THAT ILK, denn die 23. Countess of Erroll war mit dem Baronet Moncreiffe verheiratet.

Im Jahre 1950 gründete die Clanchefin, die 23. Countess of Erroll, die Clan Hay Society. Dieser gehören folgende Familien an: HAY, MACHAY, O'HEA, HAYSON, MACGARAD, MACGARRA, MCARRA, MACGARROW, GARRA, GARAD, GARROW, O'GARRA, ARROLL, BEAGRIE, DU PLESSIS, ERROLL, GIEEORD, KINNOULL, LEASK, und LEITLL. In den USA leben gegenwärtig 15.000 Namensträger mit den Familiennamen HAY, HAYES und DE LA HAYA, darunter waren ein Präsident (Hayes) und ein Außenminister (Hay).

Clanchef ist heute (2005): The Right Honourable Sir Merlin Sereld Victor Gilbert Hay, 24. EARL of Erroll, 28. Hercditary Lord High Constable of Scotland 33. Chief of the Clan Hay, 12. Baronett Moncreiffe of that ILK. Er ist Lieutenant der Atholl Highlanders, der Privatarmee des Dukes of Atholl's und ein Mitglied der Königlichen Leibgarde (Member of the Queen's Bodyguard of Scotland). Als Lord High Constable hat der Earl in Schottland vor den Dukes und jedem anderen Träger eines erblichen Adelstitels Vorrang. Er ist der erste Bürger Schottlands - abgesehen von den Angehörigen des Königshauses. Der Earl of Hay selbst ist ein direkter Nachkomme von König William IV (1830 - 1837), dessen Tochter Elisabeth Fitz-Clarence (1801 - 1856) im Jahre 1820 den 18. Earl of Erroll geheiratet hatte. Im 19. und 20. Jahrhundert finden sich in der näheren Verwandtschaft der Earls of Erroll mehrere Minister sowie Angehörige des britischen Königshauses. Der 21. Earl of Erroll war 1921 - 1928 britischer Hochkommissar für das Rheinland.

Der Marquess of TWEEDDALE, früher Baron von Yester, stammt aus dem Hause Erroll, und zwar von William Hay of Yester ab, einem der Kommissare, denen aufgetragen wurde, über das Lösegeld des in der Schlacht bei Durham in englischer Gefangenschaft geratenen Königs David zu unterhandeln. Thomas Hay of Yester war einer Barone, welchem als Geisel für König James I. Lösegeld gegeben wurde. Lord William Yester war einer der eifrigsten Gegner der Königin Mary Stuart. John wurde 1646 zum EARL OF TWEEDDALE ernannt. Sein gleichnamiger Sohn stand bei den Königen Charles II., James II. und William III. in gleicher Gunst, war Lordkanzler des Königsreiches und erhielt 1694 den Titel eines MARQUESS OF TWEEDDALE, worin ihm ebenso wie im Amt eines Lordkanzlers sein Sohn folgte. 1707 stimmte er - gegen eine Zahlung von 1000 Pfund - für die Vereinigung Schottlands mit England. Im Besitz dieser Familie ist auch das Erbamt eines Kastellans des Königlichen Palastes zu Dumferling.

Die Linie der Earls of Kinnoul stammt von George Hay ab, der nach London kam, um seinen Vetter James Hay zu besuchen. George wurde dem König vorgestellt, zum Kammerherren, 1616 zum Lordregister von Schottland, 1622 zum Großkanzler, und 1933 von König Charles I. zum EARL OF KINNOUL ernannt. Des Kanzlers Sohn war unter Karl I. Gardehauptmann und Mitglied des geheimen Rats, sein Enkel aber wendete sich der katholischen Kirche zu, lebte und verheiratete sich in England. Der Erbe des Hauses Kinnoul, Thomas Hay, nahm als einer der 16 schottischen Peers im britischen Oberhaus Platz. Der gegenwärtige Earl of Kinnoul gehört auch nach der Reform des Oberhauses 2001 dem House of Lords an und ist President of Scottisch Clans Association.

James Hay, einer der Günstlinge von König James I., war der erste Schotte, der zu einem britischen Lord gemacht wurde, denn er erhielt 1615 den Titel eines LORD HAY OF DOULAY. Eine Gesandtschaft, die er an dem Hofe König Ludwigs XIII. von Frankreich verrichtete, gab seinem König Veranlassung, ihn 1617 in den geheimen Rat zu berufen und ihn mit dem Titel eines VISCOUNT DONCASTER zu beehren. Ebenfalls 1617 musste er nach Deutschland gehen, um die böhmischen Stände mit ihrem König zu versöhnen. 1622 erhob ihn der König zum 1. EARL OF CARLISLE.

Im Jahre 1624 ging James Hay abermals nach Frankreich, um im Namen des Prince of Wales um die Hand der Prinzessin Henriette Marie zu werben. Dafür wurde er 1625 mit dem Hosenbandorden ausgezeichnet. Zugleich beschenkte der König seinen Brautwerber mit sämtlichen karibischen Inseln, die zu bevölkern und nutzbar zu machen der Earl sich sehr geschäftig erwies. Zuletzt richtete er seine Aufmerksamkeit ausschließlich auf Barbados, dessen Eigentum ihm jedoch durch den Earl of Marlborough, der sich auf eine frühere Verleihung berief, strittig gemacht wurde, bis Marlborough gegen eine jährliche Zahlung von 300 Pfund Sterling auf seine Ansprüche verzichtete.

Darauf begann James, sein neues Eigentum nutzbar zu machen. Er schloss mit einer Gesellschaft Londoner Kaufleute einen Vertrag, in welchem er ihnen 10.000 Morgen Land gegen eine jährliche Abgabe von 2.560 Pfund Baumwolle anwies. Im Jahre 1628 musste der Earl of Carlisle mit den Generalstaaten verhandeln, um Wallensteins Ostseepläne zu vereiteln. Zum Zeitpunkt seines Todes (1636) war Carlisle Großkanzler und Großmeister der Garderobe. König James I. hatte ihn mit Gunstbezeugungen und Reichtümern überschüttet. Carlisle allein durfte es wagen, dem eigensinnigen König die bittersten Wahrheiten zu sagen. Er hinterließ einen Sohn, James III., Earl of Carlisle, der im Jahre 1660 kinderlos und unter schlechten Umständen auf Barbados verstarb, nachdem er, vornehmlich von 1646 an, manchen vergeblichen Versuch unternahm, seine lehnsherrlichen Rechte auf diese Kolonie geltend zu machen.

Familie Hay im Weißen Haus
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